Ein Tag im Schwarzwald

 

Am 19. September 2004, im Verlauf des Nachmittags, wurde von mehreren Wanderern im Gebiet Gisiboden / Todtnau im Südschwarzwald berichtet, dass eine grössere Gruppe Leute mit einer wilden Horde Hunde gesichtet wurde. Diese hat offensichtlich verschiedentlich Leute erschreckt und soweit gebracht, dass sie den Wanderweg verlassen mussten und in den Wäldern Zuflucht suchten. Von Verletzungen wurden diese Wanderer aber offensichtlich verschont!

Aber alles einmal von Anfang an: Treffpunkt für die Dare Devils-Herbstwanderung war um 11.30h an der Raststätte Windrose in Pratteln. Beatrix hat vorsorglich am Samstag noch ein SMS geschickt, dass wir uns auf der Seite in Fahrtrichtung Basel besammeln – danke! Da die Raststätte allerdings relativ gross ist und wie meistens von Touristen überfüllt war, war allerdings nicht ganz klar, ob wir uns auf dem vorderen oder dem hinteren Parkplatz treffen. Nun, das sich ja die meisten untereinander kennen, war auch dies kein Problem. Alle haben es gefunden und alle waren pünktlich. Ausserordentlich diszipliniert, diese Hündeler – genauso wie ihre Lieblinge!?!

Im Konvoi unter der Führung von Willy und Greth ging es dann los, via Autobahn-Grenze bis Ausfahrt Lörrach und dort ins Wiesental. Lediglich ein einziges Mal wurden die Autos auseinander gerissen, als Willy eine Ampel bei „dunkelorange“ gerade noch passierte, die übrigen Teilnehmer aber zum Halten gezwungen wurden. Kein Problem – Willy hat ein kurzes Stück hinter der Ampel gewartet und schon haben sich alle wieder eingereiht. Nach rund einer Stunde Fahrzeit und einer stark ansteigenden, engen und kurvenreichen Strecke (besonders, wenn einem irgendwelche extrabreiten Offroaders entgegenkommen, die partout nicht ausweichen wollen...) haben wir dann alle ohne Schaden den Startpunkt beim Restaurant Gisiboden erreicht. Nicht einmal den vierbeinigen Lieblingen wurde es übel!

Zum Wetter: tja, das hätte ein ganz klein wenig freundlicher sein können. Dicker Nebel und Nieselregen erwarteten uns, als wir aus den Wagen stiegen. Manch einer warf schon einen sehnsüchtigen Blick in Richtung Restaurant... aber nichts da: Hündeler sind abgehärtete Naturmenschen und werden wohl nicht wegen ein paar Tropfen gleich in die gemütliche, warme, heimelige Stube mit Kaffee und hausgemachtem Kuchen flüchten!!! Aber der Gedanke daran hatte schon etwas verlockendes....

Also, die Regenjacken wurden angezogen und es ging gemütlich los. Die Hunde an der Leine oder nicht... Der schöne Schwarzwald mit seiner üppigen Vegetation und manch gemütlicher Schwatz unterwegs liessen das trübe Wetter schnell vergessen. Da auch der Regen bald einmal aufhörte, wurde die Wanderung immer vergnüglicher. Das einzige, was einige Teilnehmer beunruhigte: es ging immerzu bergab! Im Wissen darum, dass wir ja schlussendlich zu unserem Ausgangspunkt zurückkehren müssen, graute ihnen wohl schon beim Gedanken an den Aufstieg. Aber – um es vorwegzunehmen: so schlimm wurde es nicht!

Nach rund anderthalb Stunden Marsch über manchmal auch sehr schmale Wege (waren wir immer auf der vorgesehenen Route?) kamen wir zum Hasenhorn. Dies ist die Bergstation eines der Skigebiete von Todtnau und liegt auch an der bekannten Mountain-Bike-Abfahrtsstrecke.

Im Moment befindet sich am selben Hang auch eine Sommer-Rodelbahn im Bau, welche von den Teilnehmern zwischen Mega... und gefürchig kommentiert wurde. Für gewisse Leute aber bestimmt ein Grund, im nächsten Jahr einen Ausflug nach Todtnau zu unternehmen. 

Dies alles jedoch nur am Rande. Was viel wichtiger und einiges aktueller war: das Bergrestaurant! Alle waren sich schnell einig, dass eine kurze Einkehr jetzt genau das Richtige sei. Der freundliche Pächter hatte überhaupt keine Probleme, dass sich auf seiner Terrasse 14 Hunde tummelten, im Gegenteil, er hatte für jeden auch ein Goodie! Schliesslich ist er, wie er uns erklärte, selbst Besitzer von zwei rassenreinen Lastrami’s. (Erst auf die Rückfrage, was das denn für eine Rasse sei, hat er erklärt, dass dies die Abkürzung für „Landstrassenmischling“ sei...). Das Restaurant war überhaupt sehr gemütlich und die selbstgebackenen Kuchen sahen sehr lecker aus. Ausserdem waren einige unserer Wanderer froh, die Toilette benutzen zu dürfen. 

Frisch gestärkt ging es dann den „Zauberweg“ (von Zauberei war allerdings herzlich wenig zu sehen) zurück Richtung Gisiboden. Stetig stieg der Weg an, was dazu führte, dass unser Trüppchen bald einmal in die Länge gezogen wurde. Allerdings war es für niemanden zu steil und zu weit, was für die ausgezeichnete körperliche Verfassung der Dare-Devil-Mitglieder spricht!

Nachdem auch die Hunde noch Gelegenheit hatten, sich am „frischen“ Schwarzwald-Wasser zu laben, wobei sich Cisco wie immer gleich ganz hineinlegte waren wir auch schon zurück bei unserem Ausgangspunkt angelangt. Die Hunde, notdürftig gereinigt, konnten in den Autos ausruhen, die Menschen, ungereinigt, mussten mit dem Restaurant vorlieb nehmen. Die Qual der Wahl hatten wir auf der Speisekarte, welche viele leckere Sachen zu erstaunlich günstigen Preisen anbot. Dazu war der weisse „Süsser“ (was in etwa unserem Suuser entspricht) sehr süffig und erfreute sich bei uns grosser Beliebtheit. So gesättigt und gestillt stieg der Lärmpegel an unserem Tisch kontinuierlich an – gemütliches Beisammensein eben.

Es wurde schon fast sieben Uhr abends, bevor sich unsere illustere Runde auflöste und alle zusammen individuell den Heimweg unter die Räder nahmen.

Wie immer am Schluss möchten wir uns bei Beatrix, Fränzi und ihren Eltern Greth und Willy ganz herzlich für die tolle Organisation bedanken. Es hat uns ganz toll gefallen und ich bin mir sicher, es freuen sich alle schon auf die Wanderung im nächsten Jahr. Dann vielleicht sogar mit Sonnenschein...